Warum habe ich in der Tiefgarage relativ guten Radioempfang, aber keine Handy-Rezeption?

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Ist mir klar, dass man die zwei Sachen nicht miteinander Vergleichen kann, aber es kommt mir trotzdem komisch vor, dass die eine Technologie bald 100 Jahre alt ist und die andere nur wenige Jahrzehnte.

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Je höher die Frequenz, desto stärker werden die Funkwellen vom Material das die durchdringen absorbiert.

UKW-Radio arbeitet mit einer Frequenz die echte HF-techniker als "Pulsierenden Gleichstrom" behandeln. Bis 100 MHz, also bis einschließlich UKW Radiofrequenz ist problemlos von Hobbybastlern beherrschbar weil man da einfach nicht viel falsch machen kann, die Frequenz ist halt sehr niedrig.

Handys arbeiten im GHz-Bereich. Das erlaubt viel geringere Sendeleistungen, aber leider nur durch Luft, bei anderen Materialien wird die Strahlung extrem gedämpft.

Das gute, alte C-Netz, der vorläufer vom Handynetz funktionierte in den meisten Tiefgaragen tadellos. Der Nachteil war dass das telefon dass das konnte zusammen mit der notwendigen Autobatterie locker 30kg wog. Die Handaparate waren so groß wie eine Milchtüte, hatten eine etwa einen halben Meter lange antenne dran und konnten maximal 20 Minuten senden. Die funktionierten aber auch nicht in der Tiefgarage.

Der Radiosender den man in der Tiefgarage hört sendet mit Kilowatt, das Handy mit wenigen Milliwatt. Der Radiosender ist also quasi eine million mal stärker als das Handy.

Ein Handy hat eine sehr geringe reichweite, da war das alte C-Netz viel besser, das konnte bis zu 100 km unter optimalen Bedingungen. Dafür brauchte man aber pro Teilnehmer der ein gespräch führt zwei verschiedene Frequenzen. Das Handy benutzt nur einen klitzekleinen Teil einer Frequenz, es können also dutzende Nutzer auf der selben Frequenz ein gespräch führen. Das alte C-Netz ist gar nicht in der Lage mehr als nur die Superreichen Geschäftsleute zu bedienen. Und selbst die mussten damals teilweise warten bis eine Frequenz frei ist. Auf der selben Fläche gibt es jetzt viele zig tausend Handynutzer wo vorher nur ein dutzend Geschäftsleute mobil telefonierten. Das C-Netz hatte übrigens Minutenpreise von etwa €4,50.